Über das Mädchen

Portrait: Lisbeth B. Hardel

Ich heiße Fenja Hardel und bin 1986 in Kiel geboren. Mein Vater ist Werbegrafiker und meine Mutter fotografiert selbst sehr gern. Deshalb stand die Kreativität in unserer Familie immer im Mittelpunkt. Ich durfte vieles ausprobieren und wurde von ihnen gefördert und gefordert – davon profitiere ich bis heute.

Angefangen hat deshalb auch alles mit den Kameras meiner Eltern, bis ich später meine erste digitale „Ritschratschkamera” bekam. Die konnte qualitativ natürlich nicht mit „den Großen” mithalten, erwies mir aber lange Zeit treue Dienste und brachte mir durch ihre Einfachheit bei, auf das richtige Motiv und die Bildkomposition zu achten. Aus dieser Zeit stammt das Bild, das unten zu sehen ist.

Anfang 2007 vermachte meine Mutter mir dann ihre Nikon D70. Das wäre auch der Zeitpunkt, den ich benennen würde, wenn ich beantworten müsste, seit wann ich wirklich fotografiere.

Da ich am Meer aufgewachsen bin, ziehen sich maritime Motive durch viele meiner Bilder. Am liebsten fotografiere ich in der Natur und damit einhergehend mit available light. Ich gucke in den Himmel und auf den Boden, um die Dinge zu finden, die manch einer übersieht. Zu meinen Lieblingsmotiven zählen darüber hinaus Menschen und Tiere – dabei versuche ich die einzigartige Schönheit einzufangen, die auf den allerersten Blick vielleicht nicht immer sichtbar ist.

Begeistert bin ich gleichermaßen von Jim Brandenburg mit seinen fantastischen Naturaufnahmen und Steve McCurry mit seinen dokumentarischen Werken aus der ganzen Welt – besonders beeindrucken mich seine Fotografien aus Kriegs- und Krisengebieten.

Aktuell fotografiere ich mit der Nikon D80, am liebsten mit dem 85mm ƒ1,8. Meine Kamera begleitet mich immer und überall hin, weil mir ohne sie etwas fehlt – und weil ich irgendwann gelernt habe, dass jeder Moment einzigartig und unwiederbringlich ist.

„Hauptberuflich” studiere ich übrigens in Kiel Politikwissenschaft – ein ziemlich rationales Fach, das einem jeden Tag auf’s neue vor Augen führt, wie komplex und schwierig die Abläufe in der Welt sind. Die Fotografie ist deshalb ein guter Ausgleich, um manchmal den Kopf frei zu bekommen und sich zu vergewissern, dass die Welt doch sehr schön ist.

Und warum das „Mädchen auf’m Dach”?
Der gleichnamige Song der Hamburger Band Selig begleitet mich seit meiner frühen Jugend und beschreibt mich, meiner Meinung nach, ziemlich gut. Außerdem enthält er diese kleinen, wunderbaren Zeilen, die mich antreiben:

Doch sie glaubt an ihre Träume, da Träume mehr als Gold wert sind.